Reisefinder

 

Kasbahs und Wüste 29.02. - 07.03.2020

Hallo liebes "Dein Marokko-Team",

jetzt sind wir schon wieder seit 4 Wochen zuhause und es gibt scheinbar kein anderes Thema als "Corona"...

Und trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - möchten wir von unserer wunderbaren Reisen nach Marokko berichten und Euch noch einmal dafür herzlich Dankeschön sagen, dass alles ganz reibungslos geklappt hat und wir uns immer an eine tolle Zeit erinnern dürfen.

Nach unserer Ankunft am Flughafen Marrakesch wurden wir von einem Fahrer in die Medina gebracht, wo wir, gemeinsam mit unseren Mitreisenden, einem Ehepaar aus dem Münsterland, unser gemütliches Riad Sidi Benslimane bezogen. Dort gab es - wie wir lernten gehört das zur Marokkanischen Gastlichkeit - einen köstlichen Pfefferminztee mit Gebäck zur Begrüßung und nach einem kurzen Kennenlernen zogen wir zu viert in die Medina, um uns ein erstes Mal vom orientalischen Trubel bezaubern zu lassen.

Am Vormittag des zweiten Tages wurden wir - nach einem reichhaltigen Frühstück auf der Dachterasse des Riads - von Rashid zu einer Stadtführung abgeholt. Zu Fuß ging es kreuz und quer durch die Medina, Koutoubia Moschee,  Bahia-Palast, Berber- und jüdisches Viertel und natürlich auch die Souks und der große Djemaa el Fna wurden uns anschaulich und in hervorragendem Deutsch erklärt und uns die Marokkanische Kultur näher gebracht.

Tag 3 führte uns dann hinaus aus Marrakesch, ins Gebirge und wir überquerten den Hohen Atlas (Tizin Tichka Pass, 2260 m). In Ourzazate, dem Hollywood Marokkos, konnten wir die große Kasbah besichtigen und ein weiteres Mal über die sehr guten Deutschkenntnisse des dortigen Fremdenführers staunen. Bevor wir das Tagesziel Dades erreichten, legten wir einen kleinen Stopp an einer bekannten Felsformation ein, die die "Affenfüße" genannt wird.

An unserem vierten Tag fühlten wir uns ein bisschen in eine Kulisse aus Karl Mays "Kara Ben Nemsi" entführt, die Landschaf war ein atemberaubender Wechsel aus Steinwüste (Rek auf arabsisch) und palmenbewachsenen Oasen. In der Todra-Oase machten wir eine kleine Wanderung durch bewässerte Felder und konnten den Bewohnern bei Ihrer noch sehr traditionellen Feldarbeit zusammen mit ihren Eseln zuschauen. Alle paar Meter wurden wir mit einem freundlichen "Salam Aleikum" begrüßt, was wir mit  "Aleikum Salam" beantworteten. Von dort aus ging es in die Todra-Schlucht, wo wir tatsächlich einige Freeclimber beobachten konnten.

Nach einem ereignisreichen Tag kamen wir in Zagora an, dem Tor zur Wüste. Unsere Unterkunft war ein Traum aus 1001 Nacht und hätte nicht die Sahara auf uns gewartet, wären wir gerne noch ein paar Tage in diesem kleinen Paradies geblieben.

Tag 5 und 6 standen dann ganz im Zeichen unseres Wüstenabenteuers, was wir als den absoluten Höhepunkt der Reise empfunden haben! In Alnif stiegen wir von unserem Kleinbus um in einen wüstentauglichen Geländewagen (und bekamen auch einen anderen Fahrer) und dann ging es offroad für ca. 60 km über die Originalpiste "Paris-Dakar". Unser Fahrer steuerte uns sicher durch Geröll, tiefen Sand und karge Landschaften in unser Camp "Erg Chegaga", wobei der Weg für uns nicht immer klar erkennbar war.

Dort angekommen erwarteten uns deutlich luxuriösere Zelte als angenommen, Strom und sogar ein komplett ausgestattetes Bad waren vorhanden. Auf dem Rücken von für uns bereit stehenden Dromedaren ging das Abenteuer weiter und wir ritten ca. eine halbe Stunde noch tiefer in die Wüste, um auf einer hohen Sanddüne den Sonnenuntergang in der Sahara bewundern zu dürfen. Genau SO hatten wir es uns vorgestellt und auch gewünscht!

Nach unserer Rückkehr ins Camp gab es ein sehr schmackhaftes Abendessen und später ein kleines Tuareg-Konzert am Lagerfeuer. Auf die Aufforderung, doch selbst etwas zu singen fiel uns nur "Hoch auf dem gelben Wagen" ein, was wir unter viel Gelächter zum besten gaben. Obwohl noch nicht einmal Halbmond war, schien der Mond derart hell, dass wir unsere eigenen Schatten sehen konnten, was uns sehr faszinierte. Um den viel beschriebenen Sternenhimmel in der Sahara beobachten zu können mussten wir spät in der Nacht, nach Mondunter- und vor Sonnenaufgang unsere Nachtruhe unterbrechen, aber nie zuvor hatte sich wenig Schlaf so sehr gelohnt! Wie auf einem schwarzen Samttuch verstreute Diamanten präsentierten sich der Große und der Kleine Wagen, Orion, Cassiopeia und viele, viele weitere Sterne - sogar die Milchstraße war mit bloßem Auge gut erkennbar. Ein einzigartiges Spektakel, von dem wir sicher noch sehr lange erzählen werden!

Nach einem guten Frühstück ging es mit dem Geländewagen weiter, noch einmal da. 90 km über die Piste "Paris-Dakar",  bis wir wieder auf Asphalt kamen und wieder in unseren Kleinbus umsteigen konnten. Die letzte Etappe des sechsten Tages führte uns nach Aid Ben Haddou, wo wir die Ksar, das Weltkulturerbe der UNESCO besuchten, welche unter anderem als Filmkulisse für "Lawrence von Arabien" und "Gladiator" gedient hat.

Tag 7 - Back to Marrakech... Noch einmal über den Tizin Tichka-Pass, noch einmal durch das eindrucksvolle Gebirge und noch einmal in unser gemütliches Riad Sidi Benslimane um eine letzte Nacht im Orient zu verbringen.
Der Abschied von Hassan (dem 1,5ten wie er sich scherzhaft selbst nennt) fiel nicht leicht, denn er war uns in den letzten Tagen so richtig ans Herz gewachsen. Auf nahezu jede Frage wusste er eine Antwort, immer mit viel guter Laune, Humor und einer großartigen Liebe zu seiner Heimat brachte er uns Land, Leute und Kultur näher.

Nun bleibt uns "Shukraan" zu sagen, für die reibungslose Organisation und die gute Auswahl der Tour inklusive der Unterkünfte und Rastplätze. Wir haben uns zu jeder Zeit sehr wohl gefühlt und waren mehr als einmal dankbar dafür, in einer (sehr) kleinen Gruppe unterwegs zu sein und nicht mit Massen in einem großen Reisebus zu sitzen. Auch waren unsere Stationen nie überfüllt so das wir nie das Gefühl hatten, typische "Pauschaltouristen" zu sein.

Eins ist auf jeden Fall klar - sollten wir noch einmal nach Marokko reisen, dieses wunderbare Land aus 1001 Nacht - dann immer gerne wieder mit "Dein Marokko"

 In Challah

Note Sehr gut
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